Wütender Streifzug durch den Garten…

Der Sommer neigt sich dem Ende zu.

Es ist als würde er sich noch ein letztes Mal anstrengen und sich dabei doch verändern.

Die Luft ist schwer und riecht schon ein bisschen nach Herbst. Mit Freunden verbringen wir einen vielleicht letzten langen Grill- und Pooltag.

Die Nächte kühlen ab.

Der sehnsüchtig erwartete Regen erfrischt den Garten. Wie ich dieses Geräusch liebe.

In diesem Jahr fällt es mir nicht schwer mich zu verabschieden.

Bin ich doch so richtig SOMMERSATT.

Meine Sommerliebenden Freunde mögen mir verzeihen… aber für dieses Jahr bin ich durch mit dem Sommer, der mit seiner großen Hitze oft belastend für mich war. Anstrengend, die Familienbande durch die Hitze zu buxieren. Von einem Schatteneck zum anderen. Die Nächte, die nicht mehr abkühlten. Klettern die Temperaturen unter 30 Grad fühle ich mich wieder in der Lage das Leben zu bewältigen. Klettern sie unter 20 kommen wir so langsam wieder in meine Wohlfühltemperatur.

Und irgendwann wurde ich ein bisschen sauer auf den Sommer. Hat er mir doch mit seiner Hitze. den ganzen Garten verbrannt. Selbst die Herbstblumen lassen traurig ihre Köpfe hängen und werden in diesem Jahr keinen großen Auftritt haben. Dann das Feuer – nicht mehr weit weg von uns. Es brannte Wald und noch so viel mehr.

Der Klimawandel kommt nicht irgendwann. Wir leben im Klimawandel. Es ist eine traurige Realität unserer Zeit. Und manchmal drehen sich meine Gedanken und werden zu einem Strudel, der mich nach unten zieht. Die Sorgen und Herausforderungen dieser Zeit sind groß.

Ich möchte laut schimpfen über das, was doch offensichtlich nicht perfekt ist. Nicht gut. Übermächtig. Und dann spüre ich immer wieder, dass ich mich entscheiden darf mit welchem Blick ich auf mein Leben und diese Zeit sehe.

Ob ich nur auf die Herausforderungen und Sorgen blicke. Sorgen um das Hier und Jetzt und die Zukunft. Oder ob ich meinen Suchenden Blick bewahre. Den Suchenden Blick nach Schönem. Nach Schnippseln aus dem Alltag, die mich ermutigen. Nach Begegnungen mit Gott und Menschen, die mich verstehen. Und so oft wandeln sich meine Gedanken.

Die Schwere muss weder verleugnet noch schöngeredet werden. Sie darf ihren Platz haben. Aber sie ist umringt von Hoffnung. Von Mutmachenden Erlebnissen. Von Liedern, die mein Herz summt. Von Begegnungen, die mich leichtfüßiger weiter gehen lassen.

Ich brauche die Erinnerung. Brauche Bilder, die mich erreichen.

Eines Nachmittags war ich so frustriert über den Garten, über den Apfelbaum, der seine Äpfel vor lauter Trockenheit jetzt schon abwirft. Über die Herbstanemone mit verbrannten Blättern. Über den rissigen Boden mit tiefen Furchen. Und in mir regte sich ein gewisser Trotz… will doch mal sehen, ob hier noch irgendetwas blüht. Ob hier noch irgendetwas grünes zu sehen ist. Und so stampfte ich durch den Garten bewaffnet mit meiner Gartenschere und sammelte grünes – und schönes – und Gutes.

Aus diesen Fundstücken aus Pfefferminz, Blühendem Oregano, Salbei und Gräsern band ich einen Kranz. Einen grünen Kranz mitten in der Dürre. Er hängt jetzt im Garten an der Wand und erinnert mich an meine Hoffnungssuche im Garten. Erinnert mich daran mich zu fokussieren auf das, was wächst. Lenkt meinen Blick auf das Gute. Predigt mir, dass es das gibt und das es sich immer lohnt zu suchen. Die Blickrichtung zu ändern. Und gleichzeitig darf ich traurig sein über das verdorrte – auch in meinem Leben. Über die Bereiche, in denen einfach nichts mehr wachsen will. Über die erschöpften Momente und meine Kraftlosigkeit, die ich doch auch spüre nach einem anstrengenden Sommer.

Mein Herz schütte ich vor Gott aus:

Danke, dass du mich siehst.

Das du wirklich siehst, was mich bewegt.

Danke, dass es auch dich bewegt und du nicht einfach nur sagst: „Das wird schon“.

Ich bringe dir meine Sorge um das Jetzt und Hier.

Ich bringe dir meine Sorge um die Zukunft unserer Welt und meiner Kinder.

Ich erzähle dir von dem, was mein Herz schwer macht und woran ich schleppe und trage.

Danke, dass du mich immer wieder überrascht mit Hoffnung, mit Grün mitten in der Dürre.

Mit ermutigenden Begegnungen.

DANKE

Du bist auch in den Übergängen des Lebens.

Sei mir nah im Übergang zwischen Sommer und Herbst.

Amen

Jede Blume, jede Pflanze, die jetzt noch wächst ist eine echte Überlebenskünstlerin des Sommers. Ich feiere sie und streiche vorsichtige über ihre Blätter. Wie gut es tut ihre Farben anzusehen. Ihre Schönheit tröstet und erinnert mich an den Schöpfer, der durchbringt durch die Dürre. Ermutigt in den Jahreszeiten. Da ist – alle Zeit.

Mutmurmel

Von ihm begleitet gehen wir durch die neue Zeit. Durch alle Veränderung.  Ihm sagen wir das, was uns bewegt.

Unsere Kinder waren begeistert vom „Mutmurmel-Gebet“ das wir zum Beginn der Schule beteten. Jedes Kind durfte sich ein Murmel nehmen und erzählen, wofür es Mut braucht. Gemeinsam haben wir dafür gebetet. Haben Gott um Rückenwind für die neue Etappe gebeten. Haben uns erinnert, dass er mitgeht. Das er uns liebt und unterstützen wird in allem.

Eins meiner Kinder hat die Mutmurmel ein paar Tage in der Hosentasche mitgetragen und sich selbst damit erinnert das es nicht allein ist. Das Gott mit geht.

NEUES BUCH

In dieser Woche ist es erschienen mein neues Buch „Und es war Nacht – Worte, die trösten, wenn das Leben schwer wird.“ So lange habe ich daran gearbeitet.  So lange hat mich dieses Thema umgetrieben und beschäftigt. Viel Herz und Tränen habe ich hineingeschrieben und gelegt. Jetzt darf es raus in die Welt. Darf auf Nachttischen liegen, verschenkt und selbst gelesen werden. Ich bin so sehr gespannt, was ihr darüber denkt und feiere diesen Moment des Erscheinens.

Du möchtest es verschenken? Ich signiere es gerne für dich, verpacke es hübsch und verschicke es gerne. Melde dich einfach.

Zum Buch gibt es wunderschöne Kunstkarten der Künstlerin Marika Kiwaczinski. Du kannst gerne auf meiner Hompage stöbern und ihre Karten ansehen. Ihre Bilder bringen ein Leuchten in die Schwere des Themas. Drücken Hoffnung und Ermutigung aus. Ich finde sie ganz wundervoll und freue mich so sehr sehr darüber, dass sie Platz in meinem Buch gefunden haben.

Ich wünsche dir einen behüteten Übergang des Sommers in den Herbst. Ich wünsche dir einen Blick, der GUTES sucht und findet. Ich wünsche dir, dass du spüren darfst, dass Gott dich begleitet, wie die Zeit in der du lebst auch sein mag.

Herzlich,

Dorothea

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